Ob der sich im westlichen Teil der Burg befindliche Torflankenturm schon während der ersten Bauphase als Turm gebaut wurde, ist heute nicht mehr bekannt. Als sicher gilt, dass der Bereich des heutigen Tores mit seiner geringeren Mauerstärke gegenüber dem nördlichen und südlichen Teil der westlichen Mantelmauer nachträglich umgebaut wurde. Sollte in der Zeit der nachträglichen Umgestaltung die Mauer auf die heutige Breite reduziert worden sein, so handelte es sich in der ersten Bauphase weniger um einen Turm als vielmehr um den Abschluss der Mantelmauer.
Als sicher gilt lediglich, dass nach der Übernahme der Burg durch Gerlach von Nassau und dem damit einhergehenden Ende der militärischen Nutzung an der Stelle des heutigen Tores bereits die ursprünglich nur mannshohe Türöffnung ausgebaut wurde. Das Tor in seiner heutigen Form sowie die Brücke über den Halsgraben, durch welche man die Burg direkt mit einer Kutsche befahren konnte, entstanden erst in der letzten Umgestaltungsphase der Burg im 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit könnte dann auch die Mauer in ihrer Breite verringert worden sein und der nordwestliche Mauerabschluss sein heutiges, turmartiges Aussehen erhalten haben.
Das Tor selbst war – wie das heutige Tor auch – zweiflügelig, ohne zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wie Fallgitter oder Vorrichtungen zur Verriegelung mit einem Balken. Die beiden Torflügel waren oben und unten in massive Mauersteine eingelassen.
Der ehemals wohl dreistöckige, zur Hofseite hin offene Torflankenturm der Burg Freienfels ist im Erdgeschoss mit einem Kamin ausgestattet. Ob dieser Kamin zum regelmäßigen Aufenthalt von Personen oder ob der Raum einer wirtschaftlichen Nutzung diente, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden.
