Turmraum und nordöstlicher Rundturm

Der Turmraum im östlichen Teil verbindet den Palas mit dem nordöstlichen Rundturm, der bereits Bestandteil der ursprünglichen Burg war. Am turmseitigen Ende der westlichen Mauer des Raumes zeugt eine schmale Nahtstelle im Mauerwerk von der nachträglichen Errichtung des Palas. An dieser Stelle lässt sich auch noch die Mauerstärke der ursprünglichen Außenmauer erkennen. Wie im Mittelalter üblich, hat man diesen Teil der Mauer nicht nur abgetragen, um zusätzlich Raumfläche zu generieren, sondern auch, um die entfernten Steine als Baumaterial für die Zwischenmauer zu nutzen.

Auf der östlichen Seite des Turmraumes, oberhalb der kleinen Pforte in die ehemalige Vorburg, zeugt ein Versatz im Mauerwerk davon, dass die heute sichtbare Mauer aus der ursprünglichen Schildmauer hervorgegangen ist. An dieser Stelle zeigen sich auch noch Reste des Verputzes, der dort seit dem 18. Jahrhundert überdauert. Vermutlich wurde dort der Putz sehr dick aufgetragen, um die leichte Rundung der Mauer optisch auszugleichen.

In die nördliche Seite des ehemaligen Rundturmes und in die östliche Mauer sind recht große Fenster mit Sitzbänken eingelassen. Das legt eine Nutzung des Turmraumes während des ganzen Tages nahe. Die nach Osten ausgerichtete Sitznische legt eine Nutzung in den frühen Morgenstunden und die nach Süden hin ausgerichtete Sitznische die Nutzung in den Mittagsstunden nahe. Vermutlich wurde der Raum als Gesellschaftsraum sowie zum Unterrichten der Kinder und zur Erledigung von handwerklichen Arbeiten genutzt.

Komfort durch Fußbodenheizung

Beheizt wurde der Raum wie auch der darüber liegende Schlafraum durch den Kachelofen im angrenzenden Palasraum. Zudem wurde bei Ausgrabungen unterhalb des Turmraumes ein über den ganzen Raum reichender, 40 bis 50 cm tiefer Keller entdeckt. Diese Konstruktion kann eigentlich nur als eine zu dieser Zeit in Burgen nicht unübliche Fußbodenheizung genutzt worden sein. Von wo aus diese befeuert wurde, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Außer dem später als Butterkeller genutzten kleinen Keller oder dem unter dem Palas liegenden großen Keller kommt aber kein anderer Ort in Frage.

Nordöstlicher Rundturm

Der nordöstliche Rundturm, der bereits Teil der ursprünglichen Burg war, diente ursprünglich der Überwachung des vom Tal aus in Richtung Südosten heraufführenden Weges. Im ursprünglichen Zustand der Burg stand der Turm vermutlich zum Burginnenhof hin frei. Ob er geschlossen und über eine Tür begehbar oder schon damals als innen offener Schalenturm errichtet wurde, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Allerdings lassen die Mauerreste an beiden Seiten des Turmes den Schluss zu, dass es sich ursprünglich um innenliegende Mauern gehandelt hat und diese im Zuge des Umbaus im 15. Jahrhundert freigelegt wurden. Während dieser baulichen Umgestaltung wurde der Turm in den Palas integriert.

Im Zuge dieses Umbaus wurden die beiden heute noch erhaltenen und mit herausgebrochenen Sitzbänken ausgestatteten Fenster errichtet. Auf der westlichen Seite des Turmes ist ein nachträglich verkleinertes Fenster zu sehen, welches wohl schon zum ursprünglichen Turm gehörte. Von seinen Pendants auf nördlicher und östlicher Seite sind noch die Fensterstürze sichtbar.